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by Mario-Schwertfeger Mario-Schwertfeger Keine Kommentare

SMX München 2026: Warum Brand, YouTube und Digital PR die Zukunft von SEO bestimmen

Vorletzte Woche war ich auf der SMX München – und selten war sich die SEO-Branche so einig wie aktuell: Wir stehen mitten in einem fundamentalen Wandel.

Klassisches SEO funktioniert noch – aber es reicht nicht mehr aus. AI-Suchsysteme, verändertes Nutzerverhalten und neue Touchpoints sorgen dafür, dass sich die Spielregeln gerade neu definieren.

Hier sind meine wichtigsten Learnings aus den Vorträgen.

1. Brand Building ist kein „Nice-to-have“ mehr

Der wohl wichtigste rote Faden der gesamten Konferenz:
SEO entwickelt sich immer stärker zu einem Brand-Game.

Die Kernaussagen dazu:

  • AI-Systeme empfehlen nicht „die besten Anbieter“, sondern die bekanntesten und am häufigsten genannten
  • LLMs verstehen Marken als Entitäten, nicht als Websites
  • Wer keine starke Marke hat, wird in AI-Antworten kaum berücksichtigt

Eine Aussage aus der Keynote bringt es perfekt auf den Punkt:

„Become the first thought, not the last search.“

Das bedeutet konkret:

  • Weg von reinem Demand Capture
  • Hin zu Demand Creation

Oder anders gesagt:
Nicht nur gefunden werden – sondern im Kopf der Nutzer entstehen

2. YouTube wird zum SEO-Powerhouse

Sowohl Carolin Shelby als auch Malte Landwehr haben es bestätigt:

👉 YouTube wird massiv wichtiger – auch für SEO

Warum?

  • Google integriert verstärkt Videos in AI Overviews
  • Hintergrund: Videos lassen sich besser monetarisieren
  • Transkripte machen Video-Content perfekt auswertbar für KI

Takeaway:

  • YouTube ist kein „Social Channel“ mehr
  • Sondern ein zentraler SEO-Kanal

3. SEO wird zum Multi-Channel-Spiel (Stichwort: Messy Middle)

Der klassische Funnel ist tot.

Heute bewegen sich Nutzer durch ein komplexes, nicht-lineares Entscheidungsumfeld – das sogenannte „Messy Middle“.

  • Nutzer springen zwischen Plattformen (Google, YouTube, TikTok, Reddit etc.)
  • AI-Systeme greifen auf unterschiedlichste Quellen zurück
  • Kaufentscheidungen entstehen über viele Touchpoints

Wichtig dabei:

„There’s a huge difference between being the best – and being perceived as the best.“

Das bedeutet:

  • Präsenz schlägt Perfektion
  • Wahrnehmung schlägt Realität

 

4. Digital PR wird zum entscheidenden Rankingfaktor

Ein weiterer klarer Konsens:

Offpage gewinnt massiv an Bedeutung

Warum?

  • AI-Systeme vertrauen externen Quellen mehr als deiner Website
  • „Citations“ (Erwähnungen) sind wichtiger als klassische Rankings
  • Ein starker Artikel auf einer relevanten Seite kann mehr bringen als viele Links

Besonders relevant:

  • Editorials
  • Listicles
  • LinkedIn (vor allem im B2B)
  • (International) auch Reddit

Ein spannendes Learning:

Eine einzige hochwertige Erwähnung kann mehr bewirken als dutzende schwache Links.

5. Content: Qualität schlägt alles – aber anders als früher

Content bleibt wichtig – aber die Anforderungen ändern sich:

Was funktioniert:

  • Inhalte aus 1. Person Perspektive
  • Eigene Daten & Research
  • Klare Meinungen & Erfahrungen
  • Autoren als erkennbare Entitäten

Was nicht mehr funktioniert:

  • Generischer AI-Content („AI Slop“)
  • Austauschbare Texte
  • Reine SEO-Texte ohne Mehrwert

Ein zusätzlicher Tipp:

  • Summaries einbauen – nicht nur für Artikel, sondern auch für Abschnitte, Tabellen und Grafiken

 

6. KPIs? Willkommen im Blindflug

Ein Thema, bei dem sich alle einig waren – aber niemand eine gute Antwort hatte:

SEO-KPIs funktionieren immer schlechter

Probleme:

  • AI Traffic ist minimal (z. B. ChatGPT: ~1%)
  • Attribution wird immer schwieriger
  • Customer Journeys sind nicht mehr linear

Aktuell sinnvolle Annäherungen:

  • Share of Voice
  • Brand Visibility
  • AI-Citations
  • Sentiment
  • Bot Traffic vs. Human Traffic

Kurz gesagt:
Wir messen weniger Klicks – und mehr Präsenz

7. GEO (Generative Engine Optimization) ist kein Traffic-Kanal

Ein wichtiger Perspektivwechsel:

  • Ziel von GEO ist nicht Traffic
  • Sondern:
    • Sichtbarkeit
    • Vertrauen
    • Markenaufbau

Denn: Wer in AI-Antworten genannt wird, wird später oft über Brand Searches gefunden.

8. Internationalisierung wird wichtiger (auch für DACH)

Ein überraschendes Learning:

  • In 70% der deutschen Prompts tauchen englische Queries im Hintergrund auf

Das bedeutet: Auch DACH-Unternehmen sollten eine englische Version ihrer Website haben

9. Local SEO bleibt extrem relevant

Trotz AI:

  • Local Search ist aktuell noch vergleichsweise stabil
  • AI benötigt hier starkes „Grounding“

Wichtige Faktoren:

  • Google Business Profile
  • Reviews (insbesondere Aktualität!)
  • Onpage & Links
  • Nutzerverhalten

Ein spannender Punkt: AI liest aktuell kein schema.org zuverlässig im Local-Kontext

10. Was bleibt? Mehr als man denkt.

Bei all den Veränderungen gab es auch eine klare Botschaft:

„Stick to the old.“

  • Funktionierender Content sollte nicht gelöscht werden
  • SEO-Grundlagen bleiben relevant
  • Neues kommt on top, nicht als Ersatz

 

Fazit: SEO wird komplexer – aber auch spannender

Wenn man alle Vorträge zusammenfasst, ergibt sich ein klares Bild:

Die Zukunft von SEO besteht aus:

  • Brand Building
  • YouTube & Multimedia Content
  • Digital PR & Offpage
  • Entity Building
  • Multi-Channel Präsenz

Und weniger aus:

  • reinen Rankings
  • isolierten Keywords
  • klassischen Funnels

 

Meine wichtigsten Takeaways

  • Brand ist der neue Rankingfaktor
  • YouTube wird massiv unterschätzt
  • Digital PR ist kein „Extra“ mehr, sondern Pflicht
  • KPIs werden unsicherer – strategisches Denken wichtiger
  • SEO wird ganzheitlicher und weniger technisch isoliert
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